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Matthias Winstel

Neuer Jugendseelsorger :„Jugendliche bereichern die Kirche“

BAD WALDSEE (saz) - Matthias Winstel ist seit 1. September neuer Jugendseelsorger in Bad Waldsee und Nachfolger von Egon Wieland, der nun als Kurseelsorger arbeitet. Sein Büro findet sich zwar im Gemeindehaus, zuständig ist der 42-jährige Theologe aber für die gesamte (kirchliche) Jugend in den Gemeinden des ehemaligen Dekanates.

„Fahren bin ich ja gewohnt. Das Gebiet, das ich bisher in der Diaspora in Schwäbisch Hall als Pastoralreferent bereisen musste, ist ungefähr deckungsgleich mit den Kirchengemeinden, wo ich jetzt für die Koordination der Jugendarbeit verantwortlich bin.“ So gut wie seine Westentasche kennt Matthias Winstel Oberschwaben zwar nicht, aber ganz unbekannt ist dem Diplom-Theologen die Region nicht, schließlich hat er als Kind mit seinen fünf Geschwistern einige Jahre in Bad Waldsee gelebt. Sein Vater war Mitbegründer und Rektor der katholischen Eugen-Bolz-Schule, und die Familie lebte gut zehn Jahre in der Kurstadt.

Ansprechpartner
„Wir sind kaum zwei Wochen da und sind schon angekommen, fühlen uns alle hier wohl, und das eine oder andere bekannte Gesicht habe ich bereits entdeckt“, berichtet der 42-Jährige, der mit Stadtrat Martin Schagemann in einer Klasse saß und all die Jahre die Fasnet zum Anlass nahm für einen Ausflug in die Bäderstadt. Seine ganze Familie hat bis heute Kontakte nach Bad Waldsee, und das dürfte dem Diplom-Theologen den beruflichen Neustart erleichtern. Als Pastoralreferent in Schwäbisch Hall war Matthias Winstel innerhalb der Seelsorgeeinheit für 6000 Katholiken zuständig, die genaue Zahl der ihm anvertrauten Jugendlichen im Alt-Dekanat Waldsee hingegen kennt er (noch) nicht. „Ich bin Ansprechpartner und Koordinator für alle Gruppierungen im Raum zwischen Aulendorf, Wolfegg, Wurzach und Waldsee“, erklärt der Jugendseelsorger, der dank der guten Aufbauarbeit seines Vorgängers Egon Wieland hier ein interessantes Tätigkeitsfeld vorfinden dürfte. Sich selbst bezeichnet er als „Familien- und Team-Mensch“, der „bisweilen aber durchaus auch dickköpfig und perfektionistisch sein kann“. Er freue sich sehr auf die Arbeit mit den jungen Menschen, die viel spontaner und begeisterungsfähiger seien als die Erwachsenen. „Mit ihrer Kreativität bereichern sie die Kirche und helfen uns auch dabei, Eingefahrenes gelegentlich zu hinterfragen“, weiß Matthias Winstel, der über reichlich Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen verfügt und innerhalb seiner neuen Tätigkeit auch einen Lehrauftrag für Religion an einer Berufsschule in Leutkirch übernommen hat. Matthias Winstel ist Ansprechpartner für sämtliche Jugendgruppen wie die Landjugend, die Ministranten und Pfadfinder, wird deren Arbeit in den Gemeinden untereinander vernetzen helfen, auf Bewährtem aufbauen und vielleicht auch mal Neues anstoßen und eigene Veranstaltungen für die jungen Leute auf die Beine stellen. Im November ist eine Rock-Nacht mit Waldseer Bands im katholischen Gemeindehaus geplant – und wer weiß, vielleicht greift der neue Seelsorger dabei gleich selbst zur Gitarre, schließlich gilt seine Leidenschaft der Musik. Winstel: „Wir Erwachsenen müssen aufpassen, dass uns die Kultur der Jugendlichen nicht fremd wird.“ Besonderes Interesse hat der Laientheologe an der „Dritten Welt“, hervorgerufen durch seinen vierjährigen Missions-Einsatz mit Ehefrau Monika in Südamerika. Er ist deshalb Mitarbeiter bei Missio und bei der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe in Köln. Und man darf gespannt sein, ob sich der neue Jugendseelsorger in dieser Hinsicht auch bei den Gruppen vor Ort ehrenamtlich engagieren wird – vorausgesetzt seine Arbeit als Jugendseelsorger lässt dafür Raum. Ist in Bad Waldsee angekommen: In der Nähe des Weltladens, wo fair gehandelte Produkte aus der „Dritten Welt“ angeboten werden, fühlt sich Jugendseelsorger Matthias Winstel gleich wie daheim. SZ-Foto: Sabine Ziegler Erreichbar ist der Jugendseelsorger in seinem Büro im katholischen Gemeindehaus, Telefon (07524) 914055, Fax (07524) 914077 oder via E-Mail info(at)jugendseelsorge(dot)de.

Zur Person
Der neue Jugendseelsorger Matthias Winstel ist in der Pfalz geboren und in Bad Waldsee sowie Friedrichshafen aufgewachsen. Winstel war schon als Missionar unterwegs
Nach dem Abitur studierte Winstel in Tübingen und Mexiko katholische Theologie mit einer Diplom-Abschluss-Arbeit zur Beziehungsfähigkeit des Menschen. Im Anschluss daran machte er ein Praktikum in einem katechetischen Zentrum in Bolivien und war danach als wissenschaftliche Hilfskraft tätig am Lehrstuhl für Religionspädagogik in Tübingen. Es folgten Aufgaben als Pastoralassistent in Leonberg mit Ausbildung zum Pastoralreferenten und ein vierjähriger missionarischer Einsatz mit Gattin Monika in einer Landpfarrei in Bolivien. Seit 2001 war er als Pastoralreferent in den katholischen Kirchengemeinden von Schwäbisch Hall tätig. Motiviert durch seinen Südamerika-Einsatz engagiert sich Matthias Winstel unter anderem auch beim Hilfswerk Missio. Über Zusatzqualifikationen verfügt er im Bereich Trauerbegleitung, Meditation und Kontemplation. Der neue Jugendseelsorger ist verheiratet (seine Frau arbeitet als Krankenschwester in der Klinik im Hofgarten) und Vater eines Sohnes (fünfte Klasse). Seine Hobbies sind die Musik (Orgel, Klavier, Saxophon, Gitarre, Gesang) und der Sport (Schwimmen, Joggen). (saz)

Quelle: Schwäbische Zeitung vom 18. September 2008

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