Pressemitteilung |
| Veröffentlicht von Edi (edi) am 14.09.2011 |
Bad Waldsee | Mit der Herbstaktion „Moscht musch meega“ (Most musst Du mögen) macht die Katholische Landjugendbewegung im Bezirk Waldsee auf die Veränderungen der ländlichen Struktur zugunsten der Energiewirtschaft aufmerksam. Sie befürchtet eine anwachsende Zerstörung der oberschwäbischen Kulturlandschaft mit seinen Streuobstwiesen zugunsten der Monokultur durch Maisanbau zur Energiegewinnung in Biogasanlagen.
Immer mehr Landwirte steigen auf Biogas-Belieferung um, da der Gewinn bei der Belieferung von Biogasanlagen höher ist als die Produktion von Lebensmittel oder Tierfutter. Landwirte, die ihre Lebensmittelproduktion ausweiten wollen, können die Pacht nicht zahlen, die durch die verstärkte Nachfrage für Biogas-Futter stark angestiegen ist. Der Anbau von Brot- oder Futtergetreide geht zurück, während der Brotpreis in den letzten Jahren um mehr als die Hälfte angestiegen ist.
„Ein Drittel aller Lebensmittel landen im Müll“, so Jugendseelsorger Matthias Winstel. „Obst oder Gemüse, das nicht der Norm entspricht, wird entsorgt“, weiß Jens Holdermann vom KLJB-Bezirksteam. „Ein verantwortlicher Umgang mit Energie und Lebensmittel ist dringend notwendig. Darauf wollen wir aufmerksam machen“, so Nicole Lang. „Die Jugend von heute sollte sich mit diesem Problem auseinander setzen und selbst tätig werden“, ergänzt Christian Marth.
Dass auch den Kurstädten im Bezirk Waldsee (Aulendorf, Bad Waldsee und Bad Wurzach) etwas an der landwirtschaftlichen Vielfalt der oberschwäbischen Landschaft liegen darf, ist offensichtlich: „Wer geht schon gerne als Kurgast durch Monokulturregionen“, so die Meinung der KLJB Bezirksleitung Waldsee. Diese Erholungslandschaft soll nicht zugunsten der Energiegewinnung zum Opfer fallen.
Daher werden die kirchlichen Jugendgruppen aufgefordert, möglichst viele Äpfel von Streuobstwiesen zur Mosterzeugung zu sammeln. Mit dem Verkauf des Streuobstsaftes unterstützt der KLJB Bezirk Waldsee die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit des CEAPES (Zentrum für außerschulische Betreuung) in Belo Jardim, Brasilien . Sie fördert die Kinder- und Jugendarbeit von Eva Mira Laux während ihres einjährigen freiwilligen Einsatzes (FSJ) in einem Projekt des Klosters Sießen.
Wer die Aktion „moschd musch meega“ unterstützen will, kann sich gerne bei der Jugendseelsorge Bezirk Waldsee, Klosterhof 1, 88339 Bad Waldsee(Tel 07524-914055; kljb(at)juseso(dot)de) melden.
Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) ist ein Jugendverband im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).Im Bezirk (Altdekanat) Waldsee werden die 7 Ortsgruppen(Haisterkirch, Reute, Michelwinnaden, Bergatreute, Hauerz, Blönried, Rötenbach) von einem 6-köpfigen Jugendgremium (Nicole Lang, Christian Marth, Thomas Klein, Jens Holdermann, Kai-Uwe Hellner, geistlicher Leiter Matthias Winstel) geleitet. Beheimatet ist dieses Gremium in der Katholischen Jugendseelsorge Bezirk Waldsee. Diese unterstützt, fördert und begleitet die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit im Bezirk, ist offene Anlaufstelle für Jugendliche und bietet Begleitung und Unterstützung an. Sie ist eingebunden in die Arbeit des BDKJ der Diözese Rottenburg-Stuttgart und hat ihren Sitz in Bad Waldsee.
Zuletzt geändert am: 14.12.2011 um 16:19
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